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Die meisten kleinen Unternehmenswebsites haben ein Problem, von dem der Inhaber nichts weiß: kaputte Links, doppelte Seitentitel, fehlende Überschriften, eine Weiterleitungskette aus dem letzten Relaunch. Das sieht man nicht, wenn man die eigene Seite im Browser durchklickt. Ein Suchmaschinen-Crawler stolpert genau darüber.
Ein technisches Website-Audit ist deshalb die günstigste Form von SEO: Du optimierst nichts Neues, sondern räumst auf, was ohnehin da ist. In diesem Guide zeige ich, wie du mit Seobility in etwa 60 Minuten einen Crawl durchführst, die Ergebnisse sinnvoll priorisierst und die wichtigsten Fehler behebst – ohne SEO-Vorkenntnisse. Dazu bekommst du eine ehrliche Einordnung der Tarife, denn Seobility hat seine Preise und den Gratis-Plan Mitte September 2026 geändert.
1. Was ein Website-Audit für KMU bringt (und was nicht)
Ein Audit beantwortet eine einzige Frage: Steht meiner Website technisch etwas im Weg, das Google beim Verstehen und Ranken behindert? Es liefert keine Rankings und keine neuen Texte, sondern eine To-do-Liste.
Typische Funde bei kleinen Firmenseiten:
- Fehlerseiten (404): interne Links, die ins Leere führen, oft nach Umbauten oder gelöschten Leistungsseiten.
- Weiterleitungsketten: A leitet auf B, B auf C – langsam und unnötig.
- Fehlende oder doppelte Seitentitel und Meta-Descriptions: Mehrere Seiten treten in den Suchergebnissen mit demselben Titel auf.
- Überschriften-Chaos: keine H1, mehrere H1 oder eine willkürliche Hierarchie.
- Duplicate Content: dieselben oder sehr ähnliche Inhalte unter mehreren URLs.
- Aufgeblähte Dateien: Bilder in Originalgröße, die die Ladezeit ruinieren.
Was ein Audit nicht leistet: Es sagt dir nicht, welche Themen du bespielen sollst, und ersetzt keine Inhaltsstrategie. Für Textoptimierung gibt es bei Seobility zusätzlich die TF-IDF-Analyse, die wir im Erfahrungsbericht zu Seobility beschrieben haben. Hier geht es ausschließlich um die technische Seite.
2. Was Seobilitys Website Audit prüft
Seobility crawlt deine Seite ähnlich wie ein Suchmaschinen-Bot: Der Crawler folgt allen intern verlinkten Seiten und bewertet jede einzelne. Laut Seobility umfasst die Analyse mehr als 200 SEO-relevante Faktoren pro Seite, gegliedert in Bereiche:
| Bereich | Was dort geprüft wird (Auswahl) |
|---|---|
| Meta-Angaben | Seitentitel, Meta-Descriptions, Favicon, Zeichenkodierung |
| Seitenqualität | Textmenge, Duplicate Content, Bilder, mobile Version |
| Seitenstruktur | H1 und weitere Überschriften, Überschriften-Hierarchie |
| Verlinkung | interne und externe Links, defekte Links, Linktexte |
| Server | Statuscodes, Weiterleitungen, HTTP-Header, Ladezeit |
| Externe Faktoren | z. B. Blacklist-Prüfung |
Die Funde werden in Fehler, Warnungen und Hinweise eingeteilt und nach Priorität sortiert. Der Übersichts-Tab zeigt oben einen Gesamtwert für deine Onpage-Optimierung, darunter die Problemliste – laut Seobility ist das deine zentrale Aufgabenliste. Ein Klick auf ein Problem zeigt eine Erklärung und die betroffenen Seiten. Einzelne Berichte lassen sich als CSV oder PDF exportieren, das ganze Audit als Gesamtbericht.
Ein Detail, das man kennen sollte: Ein Crawl wird manuell gestartet, die Dauer hängt von der Seitengröße ab, und du bekommst eine E-Mail, sobald er fertig ist. In den bezahlten Tarifen sind laut Seobility zusätzlich regelmäßige, geplante Crawls möglich (Details siehe Preisabschnitt).
3. Der 60-Minuten-Workflow
Praxis-Beispiel: Eine Steuerkanzlei mit rund 60 Unterseiten (Leistungen, Team, Ratgeber-Beiträge, Kontakt) hat vor zwei Jahren die Website relauncht. Seitdem hat niemand mehr technisch hineingeschaut. So sieht ein Audit-Durchlauf aus. (Fiktives Beispiel zur Veranschaulichung, keine echten Messwerte.)
Minuten 0–10: Projekt anlegen und Crawl starten
Lege deine Domain als Projekt an und starte den Crawl. Während er läuft, kannst du mit dem kostenlosen SEO-Check der Startseite schon einen ersten Eindruck gewinnen – der Check prüft allerdings nur die Startseite, nicht die ganze Seite.
Minuten 10–20: Überblick verschaffen
Sobald die Fertig-Mail da ist: Öffne den Übersichts-Tab. Notiere dir den Gesamtwert als Ausgangswert und die Anzahl der Fehler, Warnungen und Hinweise. Das ist dein „Vorher“-Stand für später.
Minuten 20–35: Die roten Punkte zuerst – Erreichbarkeit und Server
Arbeite nach Priorität, nicht von oben nach unten durch alle Kategorien. Zuerst alles, was Seiten unerreichbar macht:
- Fehlerseiten (404) und Serverfehler: Über die Detailansicht siehst du, welche Seiten auf die defekten URLs verlinken. Entweder den Link korrigieren oder die alte URL per Weiterleitung auf die passende neue Seite umleiten.
- Weiterleitungsketten: Verlinke direkt auf das Ziel, statt über Zwischenstationen zu leiten.
- Seiten, die Suchmaschinen blockieren: Prüfe, ob wichtige Seiten versehentlich auf „noindex“ stehen oder per robots.txt gesperrt sind – ein Klassiker nach Relaunches.
Minuten 35–45: Meta-Angaben
Fehlende, doppelte oder zu lange Seitentitel und Descriptions sind die häufigste Warnung und gleichzeitig schnell behoben. Im Beispiel der Kanzlei tragen fünf Ratgeber-Beiträge denselben Titel-Zusatz – jeder bekommt einen eigenen, aussagekräftigen Titel.
Minuten 45–52: Überschriften und Duplicate Content
Jede Seite braucht genau eine H1, die das Thema benennt. Bei Duplicate Content entscheidest du: Seiten zusammenlegen, Inhalte unterscheidbar machen oder per Canonical-Tag auf die Hauptversion verweisen.
Minuten 52–60: Aufgaben festhalten und Re-Crawl planen
Was du nicht in der Stunde erledigst, schreibst du mit Priorität in eine Liste (der CSV-Export hilft dabei). Nach den Korrekturen startest du einen neuen Crawl und vergleichst mit dem Ausgangswert.
Wichtig: Ein 60-Minuten-Durchlauf ist realistisch für den Überblick und die dringendsten Fehler. Die Umsetzung kann je nach CMS und Anzahl der Fehler deutlich länger dauern. Warnungen und Hinweise musst du nicht alle abarbeiten – viele sind Optimierungspotenzial, keine Ranking-Bremse.
4. Häufige Stolperfallen beim Audit
- Alles auf einmal reparieren wollen. Blaue Hinweise können Wochen warten, rote Fehler nicht.
- Ohne Vorher-Nachher-Vergleich arbeiten. Ohne Ausgangswert weißt du nach drei Wochen nicht, ob sich etwas verbessert hat.
- Nur die Startseite prüfen. Die meisten Fehler stecken in den Unterseiten – der Gratis-Check der Startseite ersetzt den Crawl nicht.
- Auf Zahlen starren statt auf Wirkung. Ein höherer Onpage-Wert ist kein Rankingversprechen. Er zeigt nur, dass weniger technische Probleme vorliegen. Ob mehr Besucher kommen, siehst du in der Google Search Console und im Rank-Tracking.
- Nach dem Relaunch nicht erneut crawlen. Jeder Umbau erzeugt neue Fehler; ein Crawl nach größeren Änderungen ist Pflicht.
Wenn deine Firma lokal Kunden gewinnt, hilft dir im nächsten Schritt unser Local-SEO-Guide mit Seobility beim Ranking auf Stadtebene.
5. Tarife: Was seit dem 18. September 2026 gilt
Seobility hat Mitte September 2026 die Tarifstruktur geändert. Drei Punkte sind neu:
- Der kostenlose Basic-Plan crawlt nur noch 100 Seiten pro Crawl statt bisher 1.000.
- Es gibt einen neuen Tarif Professional zwischen Premium und Agency.
- Premium und Agency sind teurer geworden.
Die Preise stammen von der offiziellen Seobility-Preisseite (Stand 21.09.2026). Bei jährlicher Zahlung gibt Seobility laut Preisseite 20 % Rabatt, alle bezahlten Tarife lassen sich 14 Tage kostenlos testen.
| Tarif | Preis/Monat | Analysierte Seiten pro Crawling | Website-Projekte | Für wen |
|---|---|---|---|---|
| Basic | kostenlos | 100 Seiten | – | Kleine Visitenkarten-Websites, erster Test |
| Premium | 59,90 € | 25.000 | 3 | Typisches KMU mit Firmenseite und Blog |
| Professional | 99,90 € | 50.000 | 7 | Mehrere Websites, kleine Teams |
| Agency | 209,90 € | 100.000 | 20 | Agenturen und große Websites |
Was bedeutet das für dich?
- Hat deine Website weniger als 100 Seiten (Startseite, Leistungen, Kontakt, ein paar Beiträge), reicht der kostenlose Plan für einen ersten Audit. Bei mehr Seiten deckt der Crawl nur einen Teil ab – ein vollständiges Bild bekommst du dann nur mit einem bezahlten Tarif.
- Für die meisten KMU mit Blog oder Shop-Kategorien ist Premium die realistische Wahl. Du kannst ihn laut Seobility-Preisseite 14 Tage kostenlos testen und in dieser Zeit den kompletten Audit-Workflow durchspielen.
- Professional und Agency sind für Solopreneure in der Regel überdimensioniert.
Hinweis: Preise können sich ändern – prüfe die aktuellen Werte vor dem Kauf kurz direkt bei Seobility. Die Preisangaben in älteren saastest.de-Artikeln zu Seobility (z. B. Premium ab 49,90 €) stammen aus der Zeit vor der Umstellung.
6. Seobility im Vergleich: Wann etwas anderes sinnvoll ist
- Google Search Console (kostenlos): Zeigt Indexierungsprobleme und Core-Web-Vitals-Daten direkt von Google – aber keinen kompletten Crawl mit priorisierter Aufgabenliste. Die Kombination beider ist ideal.
- Sistrix: Gilt im DACH-Raum als Branchenstandard, ist aber mit Preis- und Funktionsumfang auf Agenturen und größere Marken zugeschnitten. Als Benchmark taugt es, für einen einzelnen KMU-Audit ist es überdimensioniert.
- Yoast/Rank Math: WordPress-Plugins helfen beim Setzen von Titeln und Descriptions, crawlen aber nicht deine gesamte Seite. Wie die Kombination aus Plugin und Seobility funktioniert, erklärt der Vergleich Seobility vs. Yoast SEO.
7. Grenzen von Seobility
- Kein automatischer Fix. Das Tool findet Probleme und erklärt sie, behebt aber nichts. Du (oder dein Webentwickler) musst umsetzen.
- Kein Rankversprechen. Der Gesamtwert misst technische Sauberkeit, nicht Sichtbarkeit.
- Die Preiserhöhung und das gekürzte Gratis-Kontingent machen den Einstieg weniger großzügig als noch im Sommer.
- Backlinks und Keyword-Recherche sind nicht die Stärke des Tools; dafür kombinierst du es besser mit anderen Werkzeugen.
Fazit: Für wen lohnt sich der Seobility-Audit?
Für KMU und Solopreneure, die ihre Website endlich systematisch aufräumen wollen, ist Seobility ein sehr zugänglicher Einstieg: deutsche Oberfläche, priorisierte Problemliste, Erklärungen zu jedem Fehler. Mit dem kostenlosen Plan machst du einen Test, sofern deine Seite unter 100 Seiten bleibt – mit Premium bekommst du den vollen Crawl, geplante Crawls und mehr Luft.
Meine Empfehlung: Plane dir einen Nachmittag: eine Stunde für Crawl und Priorisierung, danach die roten Fehler beheben und neu crawlen. Vergleiche Vorher und Nachher.
Seobility 14 Tage kostenlos testen und den ersten Website-Audit starten →